| Die Patin mit dem grünen Luftballon |
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Gymnasium auf dem Nauener Campus ist die 41. „Schule ohne Rassismus“ in Brandenburg
NAUEN - Die Patin des Nauener Campus-Gymnasiums schnappte sich gestern noch schnell einen grünen Luftballon, bevor sie zur Tat schritt. Gemeinsam mit den ehemaligen Schülern Dara Nader und Max Weber enthüllte die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen dann das Schild, auf das die Schule drei Jahre lang hingearbeitet hat. Seit gestern trägt das Gymnasium des Leonardo da Vinci Campus als 41. Schule in Brandenburg den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR-SmC). Zuvor hatten das bereits die Regenbogenschule und das Goethegymnasium erreicht. Nach einem „anstrengenden Wahlkampf in unserem grünen Kleinbus, mit dem wir 22 000 Kilometer unterwegs waren, bin ich froh, als Patin dieser Schule an diesem Tag in Nauen dabei sein zu können“, sagte Claudia Roth. Am liebsten hätte sie sich ja auch am musikalischen Programm der Schülerband beteiligt, aber „das machen wir beim nächsten Besuch“, versprach die Grünenchefin.
Staatssekretär Burkhard Jungkamp vom Brandenburger Bildungsministerium wünschte sich, dass alle Schulen einen solchen Titel anstreben und erklärte: „Brandenburg ist leider nicht bei Pisa vorn, aber mit den 41 Schulen ohne Rassismus deutschlandweit an der Spitze.“ Er sicherte dem Campus jegliche Hilfe bei Aktionen im Kampf gegen Rassismus zu.
In die Kette der Veranstaltungen gegen Rassismus und Intoleranz reiht sich die am Dienstagabend in der Mensa eröffnete Ausstellung „Spuren der Macht“ mit Bildern des Künstlers Rolf-D. Banek ein. In eindrucksvoller Schärfe und ohne falsche emotionale Rücksichtnahme auf den Betrachter hält Banek in seinen Bildern den Finger in die Wunde der Schrecken und Abscheulichkeiten des Krieges und menschlicher Gräueltaten. Er will erinnern, denn, so lautet sein Credo: „Erinnern heißt Verändern“. Die Werke Baneks bleiben im Anschluss an diese Ausstellung zunächst in Nauen, denn der Künstler hat sie dem Campus geschenkt. „Wir erwägen aber, diese thematisch und künstlerisch außergewöhnliche Bildersammlung an die Gedenkstätte Sachsenhausen zu geben, um sie dauerhaft einer möglichst großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt die Geschäftsführerin des Campus, Irene Petrovic-Wettstädt. (Von Jens Wegener) |
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Gestern war es ihr wichtiger, mit den Nauener Schülern über Toleranz, Demokratie und Rassismus zu sprechen. Sie erinnerte dabei an den Artikel 1 des Grundgesetzes, indem von der Unantastbarkeit der Würde des Menschen die Rede ist. „Dabei ist es egal, welche Religion oder Hautfarbe der Mensch hat“, sagte Roth und ergänzte: „Mischt Euch ein, wenn jemand angepöbelt wird, streitet dafür, dass gleiche Rechte für alle auch ohne Fäuste durchgesetzt werden.“ Der Titel „Schule ohne Rassismus“ sei Ansporn und Verpflichtung zugleich. Dieses Schild müsse man sich jeden Tag neu verdienen.
Vor fast genau drei Jahren hatten sich die damaligen Gymnasiasten Max Weber und Dara Nader überlegt, was „wir gegen die relativ vielen rechten Tendenzen in Nauen tun können. Nach diversen Gesprächen mit der RAA Brandenburg (Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule – d. R.) haben wir uns dann entschieden, einen Antrag für die Schule ohne Rassismus zu stellen“, sagte Max Weber gestern.